Linus (Iberisches Pferd) *1999/2000
Linus war mein allererster offizieller Patient währen der Ausbildung! Ich hatte seine Besitzerin mal bei einem Spaziergang mit den Hunden getroffen und wir kamen ins Gespräch über Hunde, Pferde und vieles mehr…
Hier links im Bild ist Linus zu diesem Zeitpunkt zu sehen.
Als ich Linus im Ende November 2007 zu Gesicht bekam, hatte ich folgende Informationen:
- 8 jähriger Schimmelwallach
- schwitzt kaum, trinkt eher wenig
- normalerweise lieb und umgänglich, aber kann plötzlich heftig widersetzlich werden: „ was er nicht will, das will er nicht!“
- verträgt keinerlei Veränderungen, will am liebsten immer die selben Wege gehen und einen geregelten Tagesablauf
- zog kürzlich in den Offenstall
- 2 ½ Jahre vor meinem ersten Besuch pinkelte er Blut, was mit Biochemie nach Dr. Schüßler von der Besitzerin selbst behandelt wurde
- links aussen an der Penistasche befindet sich eine Schwellung, die sich nach der Behandlung mit Biochemie deutlich verkleinert hat
- Linus wird 4 x im Jahr entwurmt (Stallvorschrift), letzte Entwurmung Mitte September 2007
- letzte Tetanus-Tollwut-Impfung im Juli 2007
- Linus verträgt keine Nässe – Wetterumschwung von warm zu kalt nass
- meist liegt er auf der rechten Seite
- frisst ohne Einhalt bis er platzt – wenn man ihn lässt!
- Temperament wechselt mit Phasen von Schreckhaft bis Teilnahmslos, auch unterm Sattel besteht der Widerspruch zwischen sehr faul und übereifrig
- klebt sehr an der Besitzerin und ist in der Herde eher für sich. Im vorigen Stall hatte er einen Kumpel, an dem er sehr hing. Im jetzigen Stall hat er eher keine Kumpel, ausser dem ranghöchsten Rappen vielleicht.
- er kämpft um sein Futter
- eine Bronchoskopie im letzten Frühjahr hat ergeben, das in den Schleimproben Schimmelsporen enthalten waren. Aus diesem Grund zog er in den Offenstall.
- Linus wurde 3 mal akupunktiert: Lunge, Blase, Niere, Leber, was eine deutliche Besserung seines Zustandes erbrachte, besonders seit der Behandlung der Leber
- Linus wurde ebenfalls von einem anerkannten Ostheopath behandelt, der eine Verklebung im Schlauchbereich, eine Blockade der linken Schulter, eine Blockade des Kreuzdarmbeines sowie des rechten Knies behandelte.
- Linus zeigt sofort an, wenn der Sattel irgendwie nicht richtig liegt und stolpert manchmal hinten links – vor 4 Wochen so sehr, das er vorne eingebrochen ist, aber zum glück nicht hinfiel.
Einen solch beispielhaften ausführlichen Bericht vor der Behandlung bekomme ich eher selten zu sehen! Ich wusste also schon einiges über Linus. Gerufen wurde ich, weil das Pferd seit Tagen nicht pinkelte und der Bauch sowie die komplette Blasenpartie stark aufgelaufen waren. Linus ließ sich verständlicherweise kaum noch anpacken, auch an den Hinterbeinen nicht. Der Tierarzt empfahl das Pferd in die Klinik zu fahren. Da sich Linus jedoch nur sehr schwer (eventuell gar nicht) transportieren ließ, musste eine andere Lösung her.
Linus wurde von mir mit dem Biotensor* getestet und folgende Organe befanden sich in negativem Zustand: Pankreas, Blase, Niere, Leber. Die rechte Seite war wesentlich empfindlicher als links, die Genitalien waren nicht angelaufen, jedoch alle anderen fühlbaren Lymphknoten geschwollen. Der Kot war normal hart. Zu fressen bekam Linus trockenes Heu, welches er nicht vertrug und haferfreies Müsli.
Ich muss zugeben, ich wusste was zu tun war, aber der Zustand des Pferdes war sehr bedrohlich, da die Haut drohte zu reissen. Beim Testen fiel mir dann damals ein Bachblütenkonverter in die Hand und ich dachte, OK das kann ja nicht schaden: Linus wurde hiermit behandelt und wurde zusätzlich homöopathisch entgiftet. Ich war dabei mich von der Besitzerin zu verabschieden mit den Worten „Mehr kann ich leider auch nicht für ihn tun“, als das Pferd sich hinstellte und pinkelte. Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, aber es war so. Wir waren überglücklich!!!!!
Trotz mehrerer Nachbehandlungen hatte das Pferd immer wieder Atembeschwerden, die ich mir nicht richtig erklären konnte, bis ich eines Tages das erste Mal tagsüber am Stall war (vorher hatte ich immer Besuche auf den Abend verlegt, wo die Box gerade frisch gesäubert war) und dort Hühner in seinem Stall sah. Dies brachte mich auf die Idee mal die Verträglichkeit des Hühnerkots und der Hühnerfedern zu testen und siehe da, hier war eindeutig eine Allergie fest zu stellen. 
Da das Problem vor Ort nicht beseitigt werden konnte, wechselte die Besitzerin erneut den Stall und Linus hat seitdem keine Beschwerden mehr. Heute ist er immer noch ein anspruchsvoller Wallach, jedoch kerngesund.
* Ich weise darauf hin, dass diese Therapie(n) wissenschaftlich umstritten und von der Lehrmedizin nicht anerkannt ist/sind.


